Ich nehme meine Kamera immer mit, wenn ich in die Stadt gehe. Mit keiner bestimmten Absicht im Kopf laufe ich durch die Straßen und nehme Schnappschüsse des Stadtbilds und dem niemals endenden Strom von Menschen auf und lasse mich von der Atmosphäre mitziehen. Das Interessante an dieser Stadt (Tokio) ist, dass obwohl ich schon so oft diese Straßen entlanggelaufen bin und sie in- und auswendig kenne, es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Das Reizendste an Schnappschüssen ist ihre Einzigartigkeit. Kein Motiv wiederholt sich. Selbst wenn sie am selben Ort aufgenommen wurden, beeinflusst die Uhrzeit, das Wetter und die Gefühlslage des Fotografen den Schnappschuss. Somit ist jede Aufnahme ein spontanes und unschätzbares Zeitdokument Ihres Alltagslebens. Durch die große Anzahl von zufälligen Faktoren erwartet Sie jedes Mal ein neues Motiv. Lassen Sie sich nicht nur von den automatischen Funktionen Ihrer Kamera leiten. Erinnern Sie sich an die manuelle Bedienung einer Filmkamera. Wählen Sie die Belichtungszeit und Blende, den Weißabgleich und den Fokus und wagen Sie sich an das Motiv aus einer analogen Perspektive. Dadurch erhöht sich Ihre Chance auf außergewöhnliche Fotos, die sich von Ihren normalen Aufnahmen abheben. Schnappschüsse kennen keine Grenzen und das Vergnügen daran erhöht sich mit jeder neuen Aufnahme.
Aufgenommen mit: GR DIGITAL III ●ISO100 ●1/30sec. ●Blende 1.9 ●EV1.3 ●Weißabgleich: im Freien ●automatische Blendenpriorität
Die Entfernung zum Motiv betrug circa 20 cm, aber um den Vordergrund unscharf darzustellen, wählte ich die Schnappschuss-Funktion mit Durchdrücken des Auslösers bei einer Kamera-zu-Motiv-Entfernung von 1,5 m. Da es sich um eine Nahaufnahme mit einer Blende von F1.9 mit einer geringen Schärfentiefe handelte und der Fokus auf 1,5 m eingestellt war, konnte ich eine Aufnahme mit dem Eindruck erzielen, als wenn das Motiv manuell scharfgestellt wurde.
Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Yoichi Sone