02 Zoomfunktion

Zoomfunktion

Ein Blick auf die Spezifikationen des Zoom

In die derzeit im Handel erhältlichen Kompaktkameras werden Zoom-Objektive mit unterschiedlichen Spezifikationen eingebaut. Wir haben das bereits unter dem Punkt “Weitwinkel“ behandelt, möchten aber auch hier noch einmal darauf eingehen. Im Benutzerhandbuch oder dem Katalog werden die folgenden Angaben gemacht:

z.B. für die CX2

“In die CX2 ist ein Zoom-Objektiv eingebaut, das die Brennweiten von 28 mm bis 300 mm abdeckt.” * entspricht 35-mm-Kleinbildformat

Allerdings wird dann auf dem Objektiv selbst für die Brennweite nicht der im Katalog angegebenen numerischen Wert ausgewiesen, sondern mit f = 4,9 - 52,5 mm niedrigere Werte. Viele Personen fragen sich wahrscheinlich, warum das 35 mm oder 105 mm entsprechen soll.



Tatsächlich kamen bei den bisherigen 35-mm-Analogkameras Filme mit vereinheitlichter Größe zum Einsatz. Deshalb lag die Abbildungsgröße (das Bildseitenformat) der 35-mm-Kameras (abgesehen von wenigen Ausnahmen) bei 2:3 = 24 mm x 36 mm, und die Brennweite konnte allgemeingültig angegeben werden.

Bei den Digitalkameras allerdings gibt es bei den CCD oder CMOS, also den Bildsensoren, die an die Stelle des Filmmaterials getreten sind, Unterschiede in den Abmessungen je nach Kamerahersteller oder Modell. Im Verhältnis zur Größe des CCD oder CMOS (die deutlich kleiner ist als bei 35-mm-Film) wird die Kennziffer der Brennweite angegeben. Wenn wir uns also die Brennweite der CX2 ansehen, ist die Entsprechung des 28-mm-Weitwinkels = 4,9 mm und die Entsprechung des äußersten 300-mm-Teles = 52,5 mm.

Im Folgenden wird die Zoom-Vergrößerung zu einem wichtigen Faktor. Je größer die Zoom-Vergrößerung ist, desto breiter ist der Spielraum, den wir beim Fotografieren in der Wahl der Brennweite haben. Anhand der beiden Extremwerte der Brennweite können wir annäherungsweise beurteilen, ob der Weitwinkelbereich des Zooms wichtiger ist, oder ob der Schwerpunkt auf das Tele gelegt wurde.


Bei der CX2 ist zum Beispiel ein 10,7faches Zoomobjektiv eingebaut, das bei einer ungefähr 10,7fachen Zoom-Vergrößerung als Alleskönner alles vom Weitwinkel- bis zum Telebereich (300-mm-Teleobjektiv) abdeckt.

Die GX200 hat eine 3fache Zoomvergrößerung von 5,1 mm - 15,3 mm (entspricht 24-mm - 72-mm-Kleinbildbrennweite), aber es wurde ein Zoom mit mittelstarker Vergrößerung eingebaut und der Schwerpunkt wurde auf den Weitwinkelbereich mit 24 mm gelegt. Es deckt einen in der Anwendung angenehmen Schärfebereich für Schnappschüsse und Portraitfotografie ab, den kompakte Digitalkameras bisher nicht bieten konnten. Dass man durch Montage des Weitwinkel-Konvertervorsatzes bis in das Gebiet der Superweitwinkelfotografie mit 19-mm-Kleinbildbrennweite vorstoßen kann, steigert den Reiz dieses Objektivs zusätzlich.



[Foto 1] Mit dieser Aufnahme in der 28-mm-Weitwinkeleinstellung ließ sich die Sonnenuntergangsatmosphäre am Strand gut einfangen.
Fotodetails: Nao Nishitsuji ● CX2 ● 1/6 ● F3,5 ● ISO 100 ● EV -0,7

[Foto 2] Das ist der Mond, mit dem 300-mm-Zoom vom gleichen Standort wie bei Foto 1 aufgenommen. Durch Nutzen der Zoom-Funktion wird der in Foto 1 kaum sichtbare Mond zum Hauptmotiv, und es lässt sich ein Foto mit gänzlich anderer Wirkung aufnehmen.
Fotodetails: Nao Nishitsuji ● CX2 ● 1/5 ● F5,6 ● ISO 100 ● EV -1,3

Checkpoint Zoomobjektiveinsatz

Mit dem Zoomobjektiv können Sie die Brennweite frei zwischen der Weitwinkel- und der Tele-Einstellung wählen und so Ihre Fotoergebnisse verbessern. Wenn Sie sich außerdem unter Herbeiziehen der jeweiligen Spezifikationen gründlich mit den Punkten “Motive und feste Brennweiten”, “Abstand beim Fotografieren” und “Beeinflussen der Darstellung durch die Blende” vertraut machen, können Sie die Bandbreite der Zoomobjektivnutzung noch weiter vergrößern.

Checkpoint Zoomobjektiveinsatz
1. “Motive und feste Brennweiten”
Je weiter die Brennweite sich der langen Tele-Einstellung nähert, desto flacher fällt der im Fokus liegende Bereich (scharfgestellter Bereich = Schärfentiefe) aus.
2.“Abstand beim Fotografieren"
Je länger die Brennweite bei gleichbleibendem Abstand zum Motiv ist, desto stärker wird das Motiv komprimiert.
3."Beeinflussen der Darstellung durch die Blende"
Selbst bei gleicher Blende sinkt die Tiefe der Darstellung mit wachsender Brennweite.

Durch den Bokeh-Effekt der Tele-Fotografie in den nicht scharfgestellten Bereichen lässt sich das fokussierte Hauptmotiv betonter vom Hintergrund und Vordergrund freistellen. Tatsächlich wird der Bokeh-Effekt (im Teil des Bildes, der nicht scharfgestellt ist) umso deutlicher, je weiter man sich der Tele-Einstellung nähert. Wie wir unter dem Punkt "Weitwinkel" besprochen haben, stellt sich der absolut gegenteilige Effekt in der Weitwinkel-Einstellung ein, mit der wir leicht einen Pan-Fokus erreichen. Allerdings können wir bei einem Bildaufbau, bei dem Objekte in mittlerer oder weiter Entfernung das Hauptmotiv bilden, auch mit dem Tele wie mit einem Weitwinkel alles scharf abbilden.

Um zu erlernen, wie stark die erzielbaren Bokeh-Effekte sind, sollten Sie entsprechende Erfahrungen sammeln, indem Sie unter unterschiedlichen Bedingungen eine größere Anzahl von Aufnahmen machen! Digitalkameras zeichnen beim Fotografieren mit dem Foto auch die Informationen zu den Einstellungen zum Zeitpunkt der Aufnahme auf, und die Überprüfung dieser Daten beim späteren Ausdrucken der Fotos kann Sie beim Lernen unterstützen.



Wenn Sie die Zoom-Funktion nutzen, können Sie den Hintergrund mit einem Bokeh versehen und damit das Hauptmotiv herausstellen.
Fotodetails: Nao Nishitsuji ● CX1 ● 1/310 ● F5,2 ● ISO 100 ● EV +0,3 ● WB: Im Freien

1.Zoomfunktion 2.Anwendungsbeispiele der Zoomfunktion

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