04 Weißabgleich

Der Weißabgleich

Was ist ein Weißabgleich?

Selbst wenn ein Objekt in seiner Farbgebung ein wenig vom reinen Weiß abweicht, nimmt das Auge in der menschlichen Wahrnehmung häufig eine Verallgemeinerung zu "Weiß ist Weiß" vor. Aber ohne Weißabgleich gibt eine Kamera die Farben einer Lichtquelle absolut unverändert wieder. So bekommt z.B. unter Neonlicht alles einen Grünstich und klassische Glühlampen führen zur einer orangen Einfärbung. Die Funktion, mit der man durch Einstellungen darauf reagiert werden kann, ist der Weißabgleich der Digitalkameras. Der Weißabgleich ist also die Funktion, mit der die Einstellungen vorgenommen werden, so dass weiße Bestandteile des Motivs auch weiß abgebildet werden. Durch den geübten Umgang mit dem Weißabgleich können Sie Farbtöne gezielt manipulieren. Bei den RICOH Digitalkameras haben Sie eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den Weißabgleich zu steuern, wie z.B. das Aufrufen des "Weißabgleichmodus", die "Weißabgleichreihe" und die nachträgliche "Weißabgleichskorrektur" nach dem Fotografieren.

Anwenden des Weißabgleichmodus

Mit den RICOH Digitalkameras genügen die ab Werk vorgenommenen Einstellungen “Auto“ bzw. “Mlt-WA AUTO“*1 vollkommen für normale Aufnahmen, ohne dass Sie Änderungen vornehmen müssten. Aber weil der Weißabgleich eine Funktion ist, mit der die Abbildung ursprünglich weißer Dinge auch zu Weiß korrigiert wird, greift er auch bei Motiven ein, die Sie gar nicht weiß haben möchten. Er regelt zum Beispiel bei dem rötlichen Licht eines wunderschönen Sonnenuntergangs oder dem bläulichen Licht eines regnerischen Tages nach, und schafft damit Bilder, denen es an Atmosphäre mangelt. Für die Fälle, in denen Sie die Charakteristik einer bestimmten Lichtquelle erhalten oder sogar erzeugen wollen, können Sie an den RICOH Digitalkameras verschiedene Formen des Weißabgleichs wählen.

*1 Unterschiedlich je nach Kameramodell. Detaillierte Angaben entnehmen Sie bitte dem Benutzerhandbuch. *2 Bei der GR DIGITAL III lassen sich sehr feine Einstellungen vornehmen, wobei Sie aus 16 abgestuften Einstellungen wählen können, die Voreinstellung wie “Glühlampenlicht“, “Im Freien“ oder “Wolkig“ umfassen.



Fotodetails: Hideo Nunokawa ● R8 ● ISO400 ● F4,2 ● EV 0,0

Ich habe diese Aufnahmen an einem Fenster eines hellen Zimmers mit einfallendem Licht von Außen gemacht (ein Teil des Zimmers wurde mit Neonlicht beleuchtet) und dabei die Weißabgleicheinstellungen verändert. Eine derartige Bilderreihe macht es einfach, die verschiedenen Modi miteinander zu vergleichen und ihre jeweiligen Charakteristika zu erfassen.

In der “AUTO“-Einstellung wurde das Materialgefühl der unterschiedlichen Motive in ihrer natürlichen Farbgebung wiedergegeben. In der Einstellung “Im Freien“ neigte der Farbton stärker ins Bläuliche als bei “AUTO“. In der Einstellung “Wolkig“ wurde ganz im Gegenteil das Magenta ein bisschen stärker, wodurch der Farbton des Blumentopfs und des Glasgefäßes an Brillanz gewonnen hat. Bei “Glühlampenlicht“ ist der Blauanteil zu stark geworden. In der Einstellung “Glühlampenlicht 2“ ist der Farbton bläulich, wobei das Blau im Vergleich zur Einstellung “Glühlampenlicht“ schwächer ausgefallen ist. In der Einstellung “Neonlicht“ sieht man den Einfluss des Neonlichtes, das einen Tei des Zimmers beleutete.Im Modus “ManuelleEinstellungen“ habe ich einen schreibpapiergroßen weißen Karton neben dem Motiv platziert und habe dann die Einstellungen manuell
vorgenommen. Im Vergleich zur “AUTO“-Einstellung wurde dabei das Gelb verstärkt, wodurch der Farbton an Wärme gewonnen hat.


<Erweiterte Funktionen> Praktische Anwendung der Weißabgleichreihe (WB-BKT)

Weißabgleichreihe (WB-BKT) bezeichnet eine Funktion, bei der anstelle nur eines Bildes mit dem eingestellten Weißabgleichwert automatisch drei Aufnahmen beim Drücken des Auslösers aufgezeichnet werden, und zwar ein rötliches Bild, ein bläuliches Bild und eines mit dem aktuell eingestellten Weißabgleich. Die Bilder haben durch die leichten Farbverschiebungen eine völlig unterschiedliche Wirkung. Diese Funktion ist besonders praktisch, wenn Sie sich bei der Einstellung eines subtilen Weißabgleichs unsicher sind. Wenn auf dem gleichen Bild rote und bläuliche Farbtönenebeneinander stehen, kann es sehr schwierig sein, den richtigen Weißabgleich zu finden. In diesen Situationen sollten Sie eine Aufnahme mit WB-BKT machen, und den von Ihnen gesuchte Farbton aus der Reihe auswählen.


Fotodetails: Hideo Nunokawa ● R8 ● ISO200 ● 1/68 sec ● F4,7 ● EV -0,3

Fotodetails: Hideo Nunokawa ● R8 ● ISO200 ● 1/870 sec ● F3,6 ● EV 0,0 ● WB: AUTO

Bei weißen Blüten ergibt sich zum Beispiel ein subtiler Wechsel des Farbtons in Abhängigkeit vom Weißabgleich. Auch die Umweltbedingungen bei der Aufnahme wie das Wetter oder der Einfall von Schatten haben einen großen Einfluss. Das Sammeln von Erfahrungen mit den Veränderungen der Abbildungen, die Sie durch die Belichtungsreihe erhalten, kann durchaus eine Abkürzung auf dem Weg zum fundierten Verständnis des Weißabgleichs sein.

<Erweiterte Funktionen> Praktische Anwendung der Weißabgleichskorrektur

Die RICOH Digitalkameras * sind außerdem mit einer "Weißabgleichskorrektur" ausgestattet, mit der der Farbton nach der Aufnahme eingestellt werden kann. Jeder hat schon die Erfahrung machen müssen, dass er nach dem Fotografieren nicht ganz mit dem Farbton der Aufnahme zufrieden war. Eine wirklich wirksame Funktion für derartige Situationen ist die besagte "Weißabgleichskorrektur". Diese Funktion ermöglicht Ihnen die Kontrolle eines aufgezeichneten Standbildes nach der Aufnahme, eine Korrektur der Grün-, Magenta-, Blau- und Gelb-Bestandteile des Farbtons wie auf Abbildung 1 gezeigt, sowie das abschließende Speichern des Bildes. Während der Korrektur können Sie einen Vergleich mit dem Originalbild auf dem Monitor der Kamera durchführen.

* In einigen Kameramodellen ist keine Weißabgleichskorrektur eingebaut. Bitte entnehmen Sie Ihrer Bedienungsanleitung, ob dies für die von Ihnen verwendete Kamera zutrifft.


Fotodetails: Nao Nishitsuji <Originalaufnahme> ● R8 ● 1/2000 sec ● F7,4 ● EV 0,0 ● WB: AUTO
Als ich mit der Einstellung AUTO diesen Sonnenuntergang aufnahm, kam ein Foto heraus, dessen Rotton mir zu schwach war (Originalbild). Nachdem ich in der Weißabgleichskorrektur die mit der 5 bezeichnete Einstellung gefunden hatte, erhielt ich einen Farbton, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Bei der Betrachtung der anderen Positionen mit den zugehörigen Korrekturergebnissen wird deutlich, in was für einem breiten Umfang der Farbton korrigiert werden kann.

Checkpoint
Sie können den Korrekturvorgang wiederholen, aber bitte beachten Sie, dass dabei das Bild jedes Mal erneut komprimiert wird und mit jeder Wiederholung des Korrekturprozesses an Qualität verliert. Wenn Sie Korrekturen durchführen, sollten Sie darauf bedacht sein, immer das Originalbild zum Ausgangspunkt der Korrektur zu machen. Das Originalbild wird im unveränderten Zustand der ursprünglichen Aufnahme parallel zu der korrigierten Version auf dem Datenträger gespeichert.

Durch den geübten Umgang mit dem oben geschilderten Weißabgleich können Farbtöne also gezielt manipuliert werden. Jetzt können auch Sie einmal einen Weißabgleich durchführen und die Farben finden, die Ihnen persönlich gefallen.


1.RICOH Makrofunktion und Fototechnik 2.Anwendungsbeispiele der Makrofunktion

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