05 ISO

Was ist ISO?

Die ISO-Empfindlichkeit ist bei einer Digitalkamera ein numerischer Wert, mit dem die Lichtempfindlichkeit des CCD oder CMOS angegeben wird. Diese CCD oder CMOS, von denen in letzter Zeit viel die Rede ist, sind der Teil, der dem Film in der Analogkamera entspricht. Der ISO-Wert wird mit 100 oder 400 etc. angegeben, und je höher der numerische Wert ist, desto besser kann man aufgrund der höheren Lichtempfindlichkeit natürlich dunkle Motive aber auch sich schnell bewegende Objekte fotografieren, wobei die Gefahr des Verwackelns reduziert wird. Im Gegenzug wird mit steigendem ISO-Wert die Bildqualität durch zunehmendes Rauschen gröber. Im Gegensatz dazu sind kleine ISO-Werte nicht gut geeignet, um grundlegend dunkle Motive aufzunehmen, sie führen aber zu Aufnahmen mit feinem Korn.
Weil sich diese Zusammenhänge über Worte alleine schlecht erklären lassen, möchten wir uns mit Ihnen einige Aufnahmen anschauen und die Unterschiede herausarbeiten.

Ein Blick auf unterschiedliche ISO-Einstellungen

Bei den RICOH Digitalkameras* kann der ISO-Wert auf die insgesamt 8 Stufen ISO 80 (ISO 64 bei der GR DIGITAL III und der GX200), ISO 100, 200, 400 und 800 bis ISO 1600 sowie auf “AUTO“ und “Auto. hoch“ eingestellt werden, wobei der Fotograf innerhalb dieses Bereichs frei wählen oder Veränderungen vornehmen kann. An dieser Stelle wollen wir uns auf die ISO-Werte 80, 200 und 800 konzentrieren und einen Blick darauf werfen, wie sie sich unterscheiden.

* Je nach Kameramodell kann es zu Unterschieden kommen. Detaillierte Angaben entnehmen Sie bitte dem Benutzerhandbuch.



Fotodetails: Nao Nishitsuji ● R10

Mit sinkendem ISO-Wert wird die Verschlusszeit länger, und das Bild wird feinkörniger. Im Gegensatz dazu verkürzt sich die Verschlusszeit mit wachsendem ISO-Wert, und es lässt sich erkennen, dass die Bildqualität gröber wird. Die unten stehende Abbildung gibt Ihnen einen Überblick über die Wechselwirkungen. Jede Kombination hat ihre Stärken und Schwächen.

Auch wenn Sie jetzt das Gefühl haben, die Sache sei sehr kompliziert, können Sie die ISO-Einstellung normalerweise auf AUTO lassen und die Kamera wird automatisch den der Situation angemessenen Wert einstellen. Außerdem ist es in Aufnahmesituationen, die Sie als besonders dunkel empfinden, extrem praktisch, dass eine automatische Verschiebung der angemessene Werte vorgenommen wird, wenn Sie die Einstellung auf Auto. hoch (Einstellung für hohe Lichtempfindlichkeit) setzen. Nun ja, und in was für Fällen wählen oder verändern Sie die ISO-Werte dann gezielt selbst? Das wollen wir uns als nächstes ansehen.




Praktische Anwendung der ISO-Einstellung

Wenn Sie normalerweise die ISO-Einstellung auf AUTO stehen lassen, wird der passende Wert automatisch für Sie eingestellt, aber wenn Sie Aufnahmen mit einem leicht gehobenen Niveau machen wollen, empfehlen wir Ihnen, den ISO-Wert selbst zu wählen.

Wenn Sie den ISO-Wert gezielt herabsetzen, können Sie beim Fotografieren aus der Tatsache Nutzen ziehen, dass mit sinkendem ISO-Wert das Korn des Bildes feiner wird. Das ist praktisch, wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie das Motiv auf jeden Fall in sauberer Bildqualität ablichten. Weil dabei die Belichtungszeiten lang werden, sollten Sie möglichst mit einem Stativ arbeiten, um ein Verwackeln zu vermeiden. Auch bei diesem sommerlichen Feuerwerk empfiehlt sich die Verwendung einer niedrigen ISO-Einstellung. Wie bitte? Obwohl es sich hier doch um ein dunkles Motiv handelt? könnten Sie jetzt denken, aber dadurch, dass Sie bei einem niedrigen ISO-Wert eine lange Verschlusszeit herbeiführen*, können Sie die Lichtspuren des Feuerwerks gut auf das Bild bekommen, wie das Foto 2 es zeigt. Man kann also gar nicht verallgemeinernd sagen, dass eine lange Verschlusszeit zu schlechten Ergebnissen führt. Aber ein Stativ dürfen Sie dabei nicht vergessen. Andererseits kann es selbst an hellen Orten wie auf Foto 3 nützlich sein, den ISO-Wert gezielt hoch zu setzen, um sich schnell bewegende Motive zu fotografieren. Wenn wir dabei die ISO-Einstellung auf AUTO stehen lassen, wird die Verschlusszeit nicht verkürzt, und wir erhalten ein Foto mit Bewegungsunschärfe im Motiv. *

* Wenn Sie eine ganz bestimmte längere Verschlusszeit erhalten wollen, wählen Sie diese bitte über die Langzeitbelichtungsfunktion.



ISO100

Fotodetails: Nao Nishitsuji ● R8 ● ISO100 ● 1/36 sec ● F4,2 ● EV 0,0

Um die flaumigen, feinen Details aufzunehmen, setzte ich den ISO-Wert auf 100 herab. Weil dabei die Verschlussgeschwindigkeit länger wird, habe ich beim Fotografieren ein Stativ benutzt.

ISO64

Fotodetails: Nao Nishitsuji ● R2 ● ISO64 ● 2 sec ● F4,8 ● EV 0,0

Um die Lichtbahnen des aufsteigenden Feuerwerks zu fotografieren, brauchte ich eine lange Verschlusszeit, weil ich sonst den Ablauf nicht hätte abbilden können. Also habe ich den ISO-Wert herabgesetzt, damit das Bild nicht zu hell wurde, und nach Einstellen der Verschlussgeschwindigkeit* die Aufnahme gemacht. * Wenn Sie eine ganz bestimmte längere Verschlusszeit erhalten wollen, wählen Sie diese bitte über die Langzeitbelichtungsfunktion.

ISO800

Fotodetails: Nao Nishitsuji ● R10 ● ISO800 ● 1/810 sec ● F4,9 ● EV 0,0

Durch das Einstellen des ISO-Wertes auf 800 konnte ich die Verschlusszeit verkürzen und die Biene im Moment des Losfliegens aufnehmen.


1.Was ist ISO? 2.Anwendungsbeispiele ISO

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